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Fischertrip eines Kärntner-Pensionistenquintetts an die Orava

Von Friedrich TOMASIN

Im nordwestlichen Teil der Slowakei, zwischen den nördlichen Ausläufern der kleinen Fatra und der hohen Tatra, fließt die Orava, um bei Kral’ovany in die Vah zu münden. Dieser Fluss wurde von meinen Freunden – Erhard, Erich, Günther und Lado, als Abwechslung zum Fischereialltag auserkoren.
Gerne folgte ich der Einladung dieser aufgeweckten und unternehmenslustigen Runde, um ein neues fischereiliches Erlebnis zu verbuchen. Via Steiermark, Niederösterreich und das nördliche Burgenland ging es bei Bratislava über die Grenze, um in Trnava Josef, einen Geschäftspartner von Erhard, zu treffen. Josef lotste uns an das Ziel unserer Träume, organisierte die Unterkünfte und besorgte die notwendigen Lizenzen, um anschließend wieder 220 km nach Hause zu fahren.
Am Folgetag führte uns Robert, der Sohn eines Fischereigerätehändlers in Dolny Kubin, bei Oravsky Podzamok an das Wasser. Wir standen mit klammen Fingern – Morgentemperatur 3 Grad, und das am 25. August – vor einer Unbekannten. Aber unsere unbändige Neugierde, fischereiliches Neuland zu ergründen, erwärmte uns zunehmend.

Die OravaDie Orava fließt mit wenigen Ausnahmen im Durchschnitt in einer Breite von 30 bis 40 Metern eher gemächlich bis träge dahin. Tiefe Züge, wo der Oravahuchen seine Jagdgründe hat, wechseln mit knie- bis bauchtiefen Partien und sehr seichten Abschnitten ab. Die Flusssohle besteht fast ausnahmslos aus Geröll und Steinen, faust- bis kopfgroß. Diese Steine sind von Feinsedimentschichten überlagert. Phytoplanktischer Bewuchs führt bei der bodennahen Nymphenfischerei immer wieder zu Hängern. Beim Reinigen des Hakens sind nicht selten Fäden von Grünalgen zu beobachten. Dieser Zustand macht das Waten zum Wagnis, und jeder unkontrollierte Schritt bringt die Gefahr eines unfreiwilligen Bades. Filzbesohlung und Watstock sind wertvolle Hilfsmittel.
Die Oberkärntner und slowenischen Fließgewässer, die ich regelmäßig befische, haben auch in den Sommermonaten erfrischende Temperaturen. Die deutlich höhere Wassertemperatur der Orava wird einem sofort bewusst. Daraus kann man wohl auch die relativ artenreiche Fischfauna ableiten.
Bachforellen und Huchen als Vertreter der Salmoniden bzw. Äschen lassen unser Herz höher schlagen. Saiblinge und Regenbogen wurden nicht geortet. Karpfenartige sind offensichtlich überwiegend vertreten: Nasen, Döbel und Barben. Für die obere Region eines Flusses ist diese Biozönose eigentlich nicht die Norm. Aber wir Fliegenfischer inmitten der Alpen, wo die Oberläufe ganz klar die Forellen- und Äschenregion ausmachen, legen die Latte wohl manchmal zu hoch. Die Gewässergüte ist dem beta-mesosaproben Bereich (mäßig verunreinigt) zuzuordnen.
Die Nahrungsgrundlage der Oravafische besteht, was die Wirbellosen betrifft, im wesentlichen aus Vertretern der Ordnungen Eintags- und Köcherfliegen sowie der Diptera-Arten und einer weiteren Tierklasse, den Krebstieren, Fam. Gammaridae. Augenfällig war, dass trotz Feinsubstrat Schlammfliegen nicht einmal vereinzelt zu erblicken waren. An den zwei Tagen unserer Anwesenheit war maßgeblich eine Baetisart als Hauptakteur wahrzunehmen. Bleibenden Eindruck hinterließ bei mir der vereinzelte Schlupf einer Ephemeropteraspezies mit extravaganter Färbung. Erstmalig konnte ich die Heptagenia sulphurea subimago in ihrem strahlenden Gelb beim Schlupf beobachten. Überrascht war ich, dass ihr auffälliges Erscheinungsbild keine Aufmerksamkeit bei den Fischen erregte. Wahrscheinlich war das vermehrte Angebot von kleinen Grauen magenfüllender.
Diese Beobachtung führte zur Wahl einer geflügelten CDC, Größe 16. Der Erfolg blieb nicht aus. Neben den häufig vertretenen Cypriniden, die meine Selbstgeschneiderten auch nicht verschmähten, konnte ich einige Individuen aus der Familie der edlen Rotgetupften überlisten. Äschen blieben untermäßige Einzelfänge.

Was die Bekleidung betrifft, ist unbedingt eine Wathose zu empfehlen. Nicht die Wassertiefe verlangt es, vielmehr ist die Hose der bessere Schutz bei den häufigen „Strauchlern“.
Nachdem kaum Trophäenfische zu erwarten sind, reicht mittelschweres Gerät, d. h. eine Rute 8 ½ Fuß der Klasse 5 und eine entsprechende Floatingschnur. Um mit der Nymphe auf Tiefe zu kommen, soll ein längeres (mind. 3,5 m) und dünneres Vorfach gewählt werden. Fischt man mit sinkenden Spitzen, kann das Vorfach deutlich kürzer sein. Ich bevorzuge die Schwimmschnur.
Eine Berechtigung zum Fischfang beim slowakischen Fischereiverband (SRZ) für das von uns befischte Revier erhält man bei Herrn Stefan JANDEK (spricht gut Deutsch) in 02741 Oravsky Podzamok, Dolna Lehota 683, Tel.: 0845/893308.

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