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Abstecher an die Una.

Von Friedrich Tomasin

Vom Rajska placa (Paradiesstrand) in Lopar (Insel Rab) an die Ufer eines einzigartigen Flusses.

Schon vor Jahren liebäugelte ich mit dem Gedanken, einmal die Una zu besuchen. Leider wurden meine Pläne durch das politische Geschehen, den Bürgerkrieg und den daraus resultierenden Problemen durchkreuzt.
Umso willkommener die überraschende Einladung meines Gastgebers Zoki. Seiner Aufforderung – „Komm Friedrich, fahr mit mir in meine Heimat an der Una“ – konnte ich nicht lange widerstehen.
Kurze Aussprache mit meiner Frau und die Sache war klar, wir fahren ein Wochenende in das Binnenland, um kontinentales Klima zu schnuppern und den Rotgetupften nachzustellen.
Dass es mit dem Nachstellen nicht allzu viel werden sollte, hat schlussendlich nicht gestört.

Küste und Hinterland.

Rot - Bihac
Mahnmale gefallener Soldaten

Mahnmale und stille Zeugen unmittelbarer Vergangenheit.

Per Fähre geht es ans Festland und die kurze Strecke bis Karlobag ist bald geschafft. Schon der Anstieg zum Ostarijska vrata (927 m), Übergang über den Velebit (Küstengebirge) ins Hinterland, ist – mit dem Blick auf die stark gegliederte dalmatinische Küste und seine vorgelagerte Inselwelt – den Abstecher wert.
Das unweit vom Meer liegende Hinterland ist überwiegend aus Kalkgestein und durch Erosion geformte Karstlandschaft bestimmt.
Nach relativ wenigen Kilometern wird auch spürbar, dass man vom mediterranen Klima ins kontinentale Atmosphärengeschehen überwechselt.
Der Einfluss des adriatischen Meeres auf das Festland und umgekehrt ist plötzlich verhindert.
Durch dichten Mischwald, wo unter anderen Braunbär, Wolf und Wildkatze heimisch sind, geht die Fahrt in die Hochebene der Region Lika mit ihrem Hauptort Gospic.
Im Norden dieser Region fließt – wohl jedem Insider ein Begriff – die "Gacka".
Durch die karstige Ebene passieren wir immer wieder verlassene Häuser, markierte Minenfelder und Denkmäler gefallener Soldaten.
Über Prijepoj, wenige Kilometer südöstlich von den weltbekannten Plitvicer Seen und Licko Petrovo Selo, führt der Weg bei Izacic auf bosnisches Territorium.
Wenn die erste Moschee mit ihrem typischen Türmchen, dem Minarett, und türkische Inschriften in den Blick kommen, wird dem Betrachter bewusst, dass er in eine andere Kulturregion wechselt.
Diese exotischen Merkmale verlieren aber bald an Bedeutung, denn nur noch wenige Kilometer und ich stehe nach abwechslungsreicher Anreise am Ufer der Una.

Am Ziel.

Am Ufer dert UnaVor meinen Augen ein Fluss von beeindruckender Struktur bzw. Schönheit und Natur pur.
Bei einem Türkischen, nur eine Wurfweite vom Ufer entfernt, genieße ich die primären Eindrücke.
Zunehmend fiebere ich dem Augenblick entgegen, die erste Unabewohnerin zu überlisten.
Meine Nerven werden noch etwas strapaziert, denn eine Kaffeetrinkzeremonie löst die andere ab, bis alle Verwandten und Freunde meines Gastgebers und Guides begrüßt sind.
Gastfreundschaft par excellence – aber...!
Die wenigen Stunden für eine Pirsch mit der Fliegenrute reichen nur mehr, um mir einen kurzen und eher oberflächlichen Einblick zu schaffen.

Am Wasser.

Meine Führer Emir, Franjo und ZokiEndlich am Wasser – wohltuende Entspannung.
Der Schleichpfad entlang des Flusses bietet eine reichhaltige Aussicht auf temperamentvolle Barrieren, tänzelnde Wasserwirbel, aber auch spiegelglatte Partien.
Bescheidenes Leben voll Müßiggang in Ufernähe bleibt nicht verborgen.
Vogelgezwitscher und der schwermütige exotische Gesang eines Schäfers werden zum Dialog zwischen zwei völlig verschiedenen Individuen.
Die ersten Würfe bringen eine kleine Graue auf die türkise, von kleinen grünen Inselchen durchsetzte Flussoberfläche.
Juvenile Farios inspizieren meine Bindekunst, wobei die eine oder andere Kostprobe angenommen wird.
Jeder dieser Möchtegern-Gourmets bekommt seine Überlebenschance.

Nach mehrmaligem Stellungswechsel gibt es keine bemerkenswerten Erlebnisse oder Erkenntnisse für mein Geschichtchen.
Zu sehr bin ich in meine Welt vertieft,um wahrzunehmen,dass irgendwo am Ufer ein Hinweis sagt: „Hier nicht“!
Plötzlich aber der Eindruck, in Nachbars Garten zu sein. Um zu erkunden, wie groß die Bestandsdichte und die verschiedenen Altersklassen wohl sein mögen, begebe ich mich auf eine erhabene Stelle im unmittelbaren Uferbereich.
Von dort erblicke ich nicht nur überraschend viele Nordamerikaner (Onchorhynchus mykiss) und andere Salmo-Familienmitglieder beim Tafeln, sondern auch einen sich mir nähernden Zillenkapitän (Zille=flaches Holzboot).
Zillenfahrt an der UnaEs ist Zokis Bruder Emir, der mit einem kurzen und jedermann verständlichen „Hier nix“ mein Vergehen noch vor einem ernsthaften Beginn beendet.
Die Rückkehr zum Ausgangspunkt erfolgt per Zille und erscheint mir als Buße angemessen.
Mein wartender Guide empfängt mich stilgerecht mit einem gekühlten Gebräu und vermittelt mir leise das Gefühl, er habe es mit einem Langstreckensprinter zu tun.
Aber welcher Nomade unter uns Fliegenfischern versucht nicht, vorerst verschwendete Zeit wieder nachzuholen.
Bei einem gemütlichen Plausch und einer Bindedemonstration durch den Aufsichtsfischer endet mein Abstecher am Ufer der Una.
Über das Tal zieht ein Schleier von Nebel. Spätsommerfarben prägen malerisch die Landschaft.
Und wenn die Schatten der Dämmerung wachsen, wird es gegen Ende September auch in dieser südlichen Region schon empfindlich kühl.
Begeistert von der wilden Schönheit des Flusses und seiner Umgebung lasse ich Bihac hinter mir und fahre mit meinen Begleitern zurück zur Insel am Kvarner.
„Auf Wiedersehen, Una“!

Informationen.

Fischbestand: Ab Bihac kann die Una bereits als Mischgewässer bezeichnet werden. Es überwiegen jedoch die salmoniden Arten. Die Bestandsdichte ist, abgesehen von Schonstrecken, bedingt durch die allgemeinen Probleme dieser gesamten Region, eher gering.
Die Bestrebungen für eine Verbesserung der Strukturen sind aber unüberseh und -hörbar.
Es bleibt nur zu wünschen, diesem eindrucksvollen Gewässer einen entsprechenden Standard zu geben.

 Hotel Sedra am rechten Ufer bei OstrozacAllgemeines: Der von mir besuchte Flussabschnitt der Una zwischen Bihac und Ostrozac, liegt im nordwestlichen Teil des Una-Sana-Kantons in der nördlichen Krajina. Die Stadt Bihac ist der zentrale Mittelpunkt für die Flussstrecke, sowohl zum Oberlauf als auch flussab, und kann mit seiner Infrastruktur unsere Ansprüche decken.

Als Unterkünfte empfehlen sich: Hotel Sedra, Ostrozac; Tel: +387 37 532108,
FAX: +387 37 532109 ; email: info@hotel-sedra.ba; http://www.hotel-sedra.ba/
Motel/Restoran Kostelski buk, Bihac ; Tel: +387 37 302340;
email: kostelski_buk@bih.net.ba;http://www.kostelsk-buk.co.ba/
Auch private Unterkünfte werden angeboten. Fischereilizenzen gibt es in den Hotels und bei den Aufsichtsorganen.

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