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Die Lieser im Pöllatal

Ein Paradies für Fliegenfischer, nicht für Trophäenjäger! Von Friedrich Tomasin

Der Oberlauf der Lieser zeigt einen abwechslungsreichen Charakter. Mit dem Ursprung in ca. 2000 m Höhe durcheilt sie vorerst subalpines Gelände. Wegen energiewirtschaftlicher Nutzung verliert dieses Kleinod der Hohen Tauern sehr viel an Dynamik. Bis zum Eintritt in die hintere Pölla ist die Fischerei wegen der minimalen Wasserführung bedeutungslos. Der Moareisig- und der Eisigbach hauchen der Lieser wieder Leben ein und geben Substanz für eine subtile Fliegenfischerei mit leichtgewichtigem Gerät.
In der hinteren Pölla mäandert das Flüsschen durch völlig natürliche Au- und Mischwaldbestände und Moorwiesen. Durch Schneebruch und Wind liegen Baumstämme kreuz und quer am Boden und über dem Bach und geben der Fischerei einen eigenen Reiz. In dieser vom Menschen kaum beeinträchtigten Landschaft offenbaren sich Lebensräume, wo seltene Tierarten, wie z. B. der farbenprächtige Eisvogel, ihre Habitate haben. Auch die vordere Pölla beeindruckt mit Natürlichkeit. Almwiesen mit Weidetieren begleiten den Petrijünger bis zum Grillplatz.
Dieser Talabschnitt wird seinem Namen voll gerecht. Pölla wird nämlich vom slawischen „poljana“ (Feld, Ebene) abgeleitet. Und besonders reizvoll: Steile und hohe Berge prägen das Gesamtbild und vermitteln dem Betrachter einen flüchtigen Eindruck von der mühsamen Arbeit der dort lebenden Bergbauern.
Im anschließenden Revieranteil zeigt die Lieser noch einmal das Temperament eines typischen Bergflusses. Bedingt durch die Enge dieses v-förmig eingeschnittenen Abschnittes mit starkem Gefälle bietet die Natur nur Platz für ein mit massiven Steinwürfen und Sohleabtreppungen entschärftes Flussbett und eine schmale Straße. Wenn man den nicht überhörbaren Weiderost passiert, weitet sich das Tal und bietet den Bergdörfern Angern, Pron, Oberdorf und Gries Platz. Auch dieser Bereich bis zur unteren Reviergrenze – Einmündung Katschbach – offeriert viel Interessantes.

Bekleidet mit Watstiefeln, das Fliegengerät passend montiert, geht’s los. Was heißt an der oberen Lieser „passend“? Eine eher kürzere Rute (71/2 Fuß, Klasse 4) mit schwimmender DT und Vorfach von etwa 2,5 m Länge, Spitze 0,16 bis 0,18 reichen für jede Situation. Als Köder kommen – STOPP! Vorerst noch kurz die benthische Wasserwelt (tierische Bodenbewohner) und die Wassergüte: Der gesamte Oberlauf der Lieser wird der Güteklasse I zugeordnet. Aus dem biologischen Gütebild lässt sich ableiten, dass insbesondere Eintagsfliegen, Köcher- und Steinfliegen vorkommen. Aber auch Zweiflügler und andere Landkerbtiere (Käfer und Ameisen) füllen die Fischmägen. Aus diesem Speiseplan der Natur resultiert, dass unsere Fliegendose keine große Auswahl an Mustern verlangt. Ein Schachterl mit Arthofer, Goldköpfen und Ritz als Larvenimitate bzw. Sedges, Palmers und Eintagsfliegennachahmungen für die Trockenfischerei decken den Bedarf.

Weites Werfen ist in der Lieser kontraproduktiv. Wegen des klaren Wassers und der regen Strömung sind kurze Würfe und eine genaue Präsentation sowohl für das Nymphen- als auch für das Trockenfischen angezeigt und am effektivsten. Der Rollwurf mit wenigen Metern Schnur gilt als heißer Tipp.
Vorsicht! Der direkte Weg zum Tümpel – Wo steht der Fisch? – führt ganz sicher zur spontanen Flucht der Lieserbewohner aus des Fischers Blickfeld. Bedächtiges Anschleichen stromauf zu erfolgversprechenden Stellen oder ausgemachten Fischen bringen den garantierten Erfolg.


Nun stellt sich abschließend noch die Frage - Welcher Fisch wehrt sich in der Lieser denn überhaupt gegen seine Gefangennahme? Aus den vorstehenden Zeilen wird der kundige Leser schon entnommen haben, dass es sich bezüglich des Oberlaufs der Lieser nur um die Bachforellenregion handeln kann. Andere Fischarten wie Bachsaibling, Regenbogenforelle und Äsche kommen zwar vor, sind aber eher Einzelfälle.

Wissenswertes am Rande:
Die Anfahrt ins Pöllatal erfolgt über die Tauernautobahn (A10), Abfahrt Rennweg am Katschberg. Fischereierlaubnisscheine erhält man bei Herrn Berhard Tischitz, Pron 11, Tel.: 0676-83845107.
Auskünfte über die Region gibt es beim Verkehrsamt der Gemeinde Rennweg (Tel. 04734-330). Nachdem das Pöllatal ein erklärtes Landschafts- bzw. Naturschutzgebiet ist, besteht ab dem Parkplatz Pöllagrill (öffentlicher Grillplatz) ein allgemeines Fahrverbot. Dieses Verbot wird kontrolliert und gilt zwischen 09.00 Uhr und17.00 Uhr. Die beiden eingefriedeten Parkplätze sind zu empfehlen und geben vor allem absoluten Schutz gegen freilaufende Weidetiere. Auch für Wanderer, Wissensdurstige und Sportler ist gesorgt: Rechtsufrig begleitet ein schattiger Wanderweg, der im Mittelteil durch einen Naturlehrpfad und einen Fitnessparcours ergänzt wird, die Lieser. Zur Rast und für das leibliche Wohl laden urige Almgasthäuser ein.
Und wer in der hinteren Pölla die Lust auf den Rückmarsch verliert, setzt sich in die Tschu-Tschu-Bahn (kärntenkartengültig) und lässt sich chauffieren.

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