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Nationalpark Hohe Tauern

Und aus der Mitte entspringt ein Fluss: die Möll.

Von Friedrich Tomasin

Vor der beeindruckenden Kulisse der hohen Tauern, am Fuße des Großglockners, entspringt aus der Gletscherzunge der Pasterze die Möll. Zwischen Zwei- und Dreitausendern schlängelt sie sich glitzernd durch ihr enges Tal und vereint sich nach 65 km bei Möllbrücke mit der Drau.

Fließgewässer prägen seit vielen Millionen von Jahren die Landschaft. Allerdings gibt es völlig unberührte Flüsse in unserer zivilisierten Welt nur mehr selten. Petrus sei Dank, die Möll zeigt im Ober- und Mittellauf noch sehr viel von Natürlichkeit. Rasch und langsam fließende Flussabschnitte mit Kolken und Schotterbänken, Gleit- und Prallufern wechseln einander ab.

Der Unterlauf ab Gößnitz/Außerfragant wird von der Wasserkraftindustrie vereinnahmt. Stauräume und Schwellbetrieb bzw. minimierte Wasserführung prägen den Lauf. Der Fluss zeigt nicht mehr seinen natürlichen und unbändigen Charakter. Dosiert in der Wassermenge, aber harmonisch mit ihrer Umwelt, eilt die Möll ab dem Speicher Rottau der naheliegenden Mündung zu. Trotzdem bietet aber auch dieser Teil der Möll begeisternde und erfolgreiche Fischerei.

Eine schmerzhafte Zäsur erlebte die Möll im Juni 1995. Während einer Spülung des Margaritzen-Speichers wurden in wenigen Tagen Tausende von LKW-Ladungen feinsten Gletscherschliffes über den Fluss entsorgt. Die angesagte „sanfte Spülung“ hatte vor allem im Oberlauf tiefgreifende Folgen. Fische, Insekten und Pflanzen wurden regelrecht einbetoniert. Die Wunden sind in der Zwischenzeit vernarbt und es bleibt zu hoffen, dass es einen derartigen Umweltfrevel nie wieder gibt.

Zur Möllfischerei

In den Fließgewässern Kärntens gibt es viele Eigenreviere, wo ein Zugang zur Fischerei meist nicht möglich ist. Die Möll bietet jedoch noch ein gutes Angebot. Schon seit über drei Jahrzehnten führt mich meine Leidenschaft und die Liebe zu einer selten gewordenen unberührten Flusslandschaft ins Mölltal. Den Großteil der Möllreviere habe ich im Laufe der Jahre befischt. Erfüllte Tage, unvergessliche Augenblicke und viele heitere Stunden verbinden mich mit der Möll. In den Anfängen, als meine fliegenfischereilichen Fähigkeiten noch in den Kinderschuhen steckten, bot dieser Fluss aufgrund seines Reichtums an Bachforellen und Äschen Voraussetzungen, mit denen sogar ein Greenhorn beglückende Erfolge verbuchen konnte. Oft fühlte ich mich als großer Meister in der Kunst des Fliegenfischens, bis mich Petrus wieder auf den Boden der Realität zurückholte.

Wenn ich rückblickend eine derart erfolgreiche Fischerei darstelle, so muss ich feststellen, dass die Möll auch gegenwärtig noch immer ein Fluss ist, der es wert ist, besucht zu werden. Waren es in der Vergangenheit nur Bachforellen und Äschen, die in der Möll ihre Ansprüche geltend machten, gesellt sich heute die Regenbogen vermehrt dazu. Vor allem im Unterlauf, wo der Fluss nicht mehr seine ehemaligen Strukturen besitzt, sind die Pazifikzuwanderer nicht mehr wegzudenken.

Lehnte ich eine Fischerei in einem stehenden Gewässer vor Jahren noch konsequent ab, so wurde ich zwischenzeitlich auch zur Stillwasserfischerei bekehrt. Wer jemals einen Silbertorpedo von mehr als einem halben Meter zum Beispiel im Ausgleichsbecken Rottau gedrillt hat, wird ein derartiges Fischereierlebnis in seinem Tagebuch verewigen. Nicht zu vergessen, die eingebrachte Seeforelle, die im Rottau-Stau gut voran kommt. Leider gibt es immer wieder Zeitgenossen, die eine untermäßige Lacustris nicht von einer Fario unterscheiden können. Schade!

Zur fischereilichen Ausstattung

Im Oberlauf, ausrüstungsmäßig noch eher der leichteren Fischerei zuzuordnen, verlangen die Dimensionen der Möll, je weiter flussab, schon ein Fliegengerät, das etwas mehr bringt, als vergleichsweise die von mir schon beschriebene Fliegenfischerei in der Vellach und der oberen Lieser. Bei starken Strömungsverhältnissen und Breiten von 15 – 20 Metern und mehr bringen Rutenlängen von 9 – 10 Fuß schon einen markanten Vorteil. Vor allem beim Nassfischen mit größeren und beschwerten Nymphen in tiefen Zügen sind solche Rutenlängen mit entsprechender AFTMA-Klasse 6 – 7 sehr hilfreich. Die Wahl der Fliegenschnur, Floating oder Sink, ist Geschmacksache. Ich bevorzuge nach wie vor die Schwimmschnur in Keulenform und nehme die Nachteile eines etwas längeren Vorfaches in Kauf. Zur tiefen Stillwasserfischerei benütze ich sogar Überlängen.

Zum Anbieten

Was die Wurfweiten betrifft, sollen die Dimensionen nicht dazu verleiten, allzu weite Würfe zu praktizieren. Kürzere und gefühlvolle Präsentationen führen meist eher zum Erfolg. In den Staubereichen können Würfe nie weit genug sein. Auch Meisterwerfer werden vor die Tatsache gestellt, dass so mancher steigende Fisch unerreichbar bleibt. Im fließenden Wasser wirft man Fliege und Nymphe am vorteilhaftesten schräg stromauf. Larvenimitationen können so besser in den Aktionsbereich absinken. Unter Menden (Umlegen) der Schnur lässt man Trockenfliegen und Nymphen zu Ende driften. Auch das ruckweise Einholen des Köders soll nicht unversucht bleiben.

Über Insekten und Köder

Individuenarm, aber artenreich, so stellt sich die Kerbtierwelt der Möll dar. Ihr Makrozoobenthos (mit bloßem Auge sichtbare tierische Bodenbewohner) wird vorherrschend durch Larven aus den Ordnungen der Eintags-, Köcher- und Steinfliegen vertreten. Wer die massenhaften Ansammlungen von „Sprock“ (Köcher tragende Larven der Köcherfliegen) zu bestimmten Jahreszeiten beobachtet hat, wird sich wohl fragen, warum Fische unsere Kunstköder überhaupt nehmen. Das Geheimnis liegt auf der Hand: Möllfische haben nicht viel Zeit, um antreibende Nahrung zu prüfen!

Die orangerote Fleischfarbe von Fischen, die in der Bratpfanne landen, weisen auf die Existenz von Krebstierchen hin. Nicht selten ist ein Fischmagen mit Radix ovata (eiförmige Schlammschnecke) vollgestopft. Die beiden letztgenannten Nährtierchen sind hauptsächlich in den Stillwasserzonen (Gößnitz- und Rottaustau) vertreten. Die Fliegenwahl ist in der Möll kein Kriterium. Schon aus meiner Aussage, dass die Fische der Möll nicht viel Zeit haben, um wählerisch zu sein, lässt sich ableiten, dass die im Handel erhältlichen Gruppenmuster, die unsere Insektenlarven und die Flugfähigen imitieren, in der Fliegendose sein sollen. Realistisch gebunden Meisterwerke haben selbstverständlich Vorrang. Mit Gruppenmustern meine ich: Ritznymphen, Goldkopf und seit meinen ersten Stunden in der Möll: die Arthofer. Für die Trockenfischerei: Palmer, Caddis und meine immer wieder bevorzugte CDC (Entenbürzelfliege). Abschließend ein Hinweis: Wer im Oberland den Begriff „Flattalan“ (vom flatternden Flug) vernimmt, der muss dabei an Köcherfliegen denken. Aber auch – allerdings fälschlicherweise – wird hier die Schlammfliege (Sialis) wegen ihrer Ähnlichkeit zugeordnet.

Reviergrenzen, Erlaubnisscheine und Informationen


Revier Gut Aichenegg: Von der Einmündung des Kolmitzenbaches bei Mörtschach bis zum Schongebiet in den Raintaler Auen bei Lainach. Kontakt: Melitta Fitzer, 9841 Winklern 30, Tel: 0676/924-8-924, Email: office@gut-aichenegg.com

Revier Bachforelle-Stall:
Revier A: Von der Tresdorfer Brücke beim Sägewerk Hahn bis zur Eggelebrücke unterhalb Sportplatz Stall (ca. 3,5 km).
Revier B Trophäenrevier: Von der Eggelebrücke unterhalb Sportplatz Stall bis Reviergrenze Staller Anger.(ca. 3 km).
Gasthof Dorfschenke, Gerhard Liebhart, 9832 Stall/Mölltal 20. Tel.: 04823/8102; Fax: 04823/81025; E-Mail: info@dorfschenke.com

Revier Kelag: Einmündung Gößnitzbach bis 300 Schritte oberhalb der Einmündung des Teuchlbaches. Fremdenverkehrsamt Obervellach, Obervellach 21. Tel.: 04782/2510; Fax: 04782/2505

Revier Gradnitzer: Von der Rohrbrücke beim KW-Kolbnitz bis zur Peharzbrücke in Mühldorf. DI Gert Gradnitzer, 9815 Oberkolbnitz 48. Tel.: 04783/2346

Revier GH Post: Die obere Grenze liegt im Ortsbereich Möllbrücke (Tafel) bis zur Eisenbahnbrücke vor der Einmündung in die Drau. 9813 Möllbrücke, Mölltalerstraße 34. Tel.: 04769/2271

Der Möllbraxn – Eine wahre Begebenheit

Unter der Trattnerbrücke bei Winklern stand vor nun schon einigen Jährchen ein kapitaler Asch. Gut über sechzig! Wieder einmal führte mich mein Jagdfieber, diesem „Jumbo“ nachzustellen, in das Oberland. In Begleitung: ein Möllnovize mit lädiertem Haxn.

Am Rastplatz bei der obgenannten Brücke angekommen, konnte ich nicht so schnell schauen, wie sich mein Anglerkumpan an jener Stelle patzierte, wo unmittelbar darunter der Fisch meiner Begierde siedelte. Zu seiner Ehrenrettung muss ich bemerken, dass Pauli von der Existenz des Äschenriesen nichts wusste. Auch wegen seiner eingeschränkten Bewegungsfreiheit gönnte ich ihm diesen bequemen und erfolgsträchtigen Standort.

Damals wurden bei der Köderwahl noch großzügig Made und Wurm toleriert. Nachdem für meinen Freund eine Fliegenrute ein exotisches Gerät darstellte und er damit auch gar nicht umgehen konnte, wählte er eine Stockangel mit Stationärrolle. Am Haken wurden zwei Maden aufgespießt. Um die zappelnden „Fliegen“-Larven entsprechend in Position zu bringen, dienten Blei und Schwimmer.

Ich suchte mein Glück nun ersatzweise im Revierabschnitt flussauf, wo ich tatsächlich einen schönen Thymallusrogner keschern konnte.

Solange ich nicht in der darüber liegenden Flussbiegung verschwand, konnte ich Pauli beobachten, der wie angewurzelt bei der Brücke stand. Nach mehrstündiger Trennung gab’s dann ein Wiedersehen, um Siesta zu halten. „Friedl, Friedl, i hob so an Drum Braxn draufghobt!“ – und zeigt dabei mit den Händen ca. 70 cm Länge. Auf die Frage, wo denn der Braxn nun sei, kam voll Enttäuschung die Antwort: „I wollt den Fisch auf die Bruckn aufadrilln, do hota an Zappla gmocht und is zruckgfolln.“ Mit der Empfehlung, er möge niemandem erzählen, dass er im Oberlauf der Möll einen Braxn haken konnte, klärte ich meinen Freund auf, dass die Brachsenregion im Unterland liege und er das „Todel“-Glück hatte, eine der größten Äschen, die ich je in meinem Fischerleben ...

Seither plagen mich fallweise Alpträume. Was mache ich, sollte so ein „Braxn“ meine Herbstgraue nehmen?

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