Kontakt| Neues| Sitemap| Fischerseiten| Follow on Facebook
 
Gehe zu: Home » Fischen in Krnten »

Die Gail entlang.

Der besinnliche Weg eines Fliegenfischers durch das Tal der "berschumenden".

Den zahlreichen fischenden Gsten Krntens, sowie meinen Landsleuten, die meine Begeisterung fr unsere bemerkenswerten Fischwsser mit mir teilen, gewidmet.

Ich fhle mich im Gedanken in eine Zeit zurckversetzt, in der der Flurname "Gail", abgeleitet aus dem illyrischen "Gailias", was soviel wie "Die berschumende" bedeutet, aus der Taufe gehoben wurde und der unbndige Fluss, stark verzweigt in mehrere Haupt- und Nebengerinne, sein urtmliches und natrliches System zeigte.

Studiert man die umfassende Literatur - lsst sich noch mehr ertrumen.

Nach Drau und Gurk der drittlngste Fluss, in der mittleren Wasserfhrung sogar an zweiter Stelle, zhlt die Gail mit einer Flusslnge von ca. 120 km wohl zu den bedeutendsten Fliegewssern Krntens. Geradlinig (lngste Talgerade der Ostalpen) strmt sie durch ihr Tal und diese Eigenheit verleiht ihr Rang eins.

Wilde Romantik bietet die Gail im LesachtalDer Oberlauf der Gail, der den Namen "Lesachtal" fhrt, zieht sich bis unmittelbar westlich von Ktschach-Mauthen hin. Hoch ber dem wildromantisch rauschenden Fluss liegen schmucke Drfer, die zum Verweilen einladen.

Die Gail im Lesachtal ist eine der naturbelassensten Flusslandschaften des gesamten Alpenraumes.

Nach dieser ausgeprgt tiefen Schluchtstrecke beginnt das obere Gailtal. Der Talboden breitet sich deutlich aus. Ab Hermagor folgt das untere Gailtal, bergehend in das Villacher Becken. Im Stadtgebiet von Villach, in einer Seehhe von 477 m mndet die berschumende nun gemchlich flieend in die Drau.

Die Kalkzinnen der Lienzer Dolomiten und die Gailtaler Alpen, der sogenannte Drauzug, begrenzen das Tal nach Norden. Der sdliche Rand wird vom Karnischen Alpenzug, in dessen westlichen Auslufern auf 1.525 m .d.A. der Ursprung liegt, gebildet. Diese Gebirgsumrahmung verleiht dem Tal der Gail ein abwechslungsreiches Landschaftsbild.

Morphologie von Menschenhand - Unterlauf der Gail bei VillachDas Gailtal ist die niederschlagsreichste Region unseres Bundeslandes. Die groen Niederschlagsmengen fhren hufig zu Hochwassersituationen. Aus Hochwasserschutzgrnden wurden im 19. Jahrhundert, die ursprnglich verzweigten Flussabschnitte zu einem Flussbett reguliert. Immer wieder wurden Begradigungen und Ufersicherungen vorgenommen. Diese Schutzmanahmen fhrten in vielen Bereichen des Flusses zu einem monotonen, kaum strukturierten und deutlich beeintrchtigten Gewsserzustand. Zwischenzeitlich hat ein Umdenken stattgefunden. Es werden regulierte oder verbaute Fliegewsserabschnitte wieder rckgebaut und der komorphologische Zustand deutlich verbessert und somit kologische Nischen fr bereits gefhrdete Wassertierarten wieder hergestellt. So wurden im vergangenen Jahrzehnt im Raum Villach Renaturierungen in Form von Aufweitungen des Flussbettes durchgefhrt. Notwendige Ufersicherungen mit massiven Steinwrfen und durch Einbau von Buhnen ausgebildet. Viel bekam die Gail - Natur aus zweiter Hand - schon wieder rckerstattet.

Die Wassertierwelt der Gail.

Kehren wir noch einmal in das Lesachtal zurck. Dieser Abschnitt der Gail bietet der Bachforelle und der Koppe idealen Lebensraum. Bachsaibling, Regenbogenforelle und sche kommen eher selten vor. Was wir oft mit dem bloen Auge nicht beobachten knnen, ermglichen uns optische Hilfsmittel. Eine Lupe (Vergrerung 7-fach) offenbart uns Details, die fr die meisten Fliegenfischer im Verborgenen bleiben. Mit dem Blick unter Steine und zwischen Wasserpflanzen wird ein umfangreiches Nahrungsangebot fr unsere Fische sichtbar. Die Kerbtierchen im Oberlauf der Gail sind nicht sehr artenreich angesiedelt. Diese wenigen Spezies zeichnen aber fr hchste Wasserqualitt. Strmungsliebende Arten aus den Ordnungen der Kcher-, Stein- und Eintagsfliegen vertreten hier die Wirbellosen.

Der Mittellauf ab Ktschach-Mauthen weist nun eine deutlich ruhigere Strmung auf und die Gail wird zum typischen schenfluss. Auch Bach- und Regenbogenforelle, das ukrainische Bachneunauge, die Aalrutte und Koppe sind gegenwrtig. Trotz der konstant kalten Wassertemperatur sind auch Karpfenfische - wie Aitel, Hasel und Nase schon existent. Zu den schon im Oberlauf genannten Makroorganismen, die brigens im gesamten Lauf der Gail und ihren Zubringern vorkommen, gesellt sich an exponierten Stellen des Unterlaufs die Schlammfliege dazu.
Robert mit seinem Prachthuchen Ist der Huchen zwischen Ktschach-Mauthen und Hermagor nur vereinzelt anzutreffen, kann man die Bestandsdichte ab Hermagor als bemerkenswert bezeichnen. Es gibt fr den Donaulachs keinen Nahrungsmangel: Kommen zu den vorgenannten Fischarten noch Barbe, Strmer, Schneider, Rotauge und Barsch hinzu.
Obwohl die sche typischerweise prgend fr den mittleren und unteren Gailfischbestand sein sollte, ist ihre Bestandsdichte mittlerweile leider rcklufig. Was der Mensch nicht schafft - erledigt fallweise die Natur selbst. Seit Jahren kommen jeden Winter die Kormorane - fhlen sich offensichtlich heimelig - sorgen fr Unmut, Meinungsverschiedenheiten und "geistreiche" Diskussionen.
Die Tatsache, dass die Gail 81 Seitenzubringer hat, macht sie rekordverdchtig. Von diesen Zubringern (39 rechts- und 42 linksufrig) sind fr die Fliegenfischerei nur wenige interessant. Erwhnenswert wren die Lauenbche im oberen und mittleren Gailtal. Vor allem der Zerimbach bei Rattendorf ist jederzeit einen Fischgang wert.

Fischfaunenmig einen besonderen Stellenwert hat der sdwestlich von Villach linksufrig mndende Warmbach. Durch seine ganzjhrig konstante Wassertemperatur (20 - 30 Grad) bietet er Lebensraum fr die aus Afrika eingeschleppten Buntbarsche (roter Cichlide und Fnffleckenbarsch).

Fischereiliches.

Groe Wurfweiten sind kaum erforderlich. Gengt im Oberlauf eine 7 bis 8 ft., wird ab Mittel- bis Unterlauf eine 9ft.-Rute vorteilhafter.
Fr die Fischerei in der Gail sind Schwimmschnre mit WF-Taper in den Klassen 4-6 ausreichend. Aufgrund des meist glasklaren Wassers sind fr das Trockenservice Vorfachspitzen 0,14 - 0,12 notwendig.
Paul`s Huchenpirsch zum Jahresausklang Eine Dominanz einer bestimmten Insektenordnung ist fr mich nicht erkennbar. Trotzdem macht mir die Fliegenwahl niemals Kopfzerbrechen. Zu Beginn meiner Gailfischerei habe ich diverse Muster gefischt. Heute binde ich ausnahmslos meine CDC-Eintagsfliege in verschiedenen Farbvarianten und Gren und das CDC-Sedgerl ans Vorfach. Siehe - unter Fliegenbinden.
Das Anbieten von Trockenfliegen zu beschreiben erbrigt sich wohl. Aber immer wieder beobachte ich, dass relativ viele Fliegenfischer beim Nymphen anstehen.

Meine Nymphenfischerei.

Ich fische meine Nymphen grundstzlich stromauf. Diese Anbietetechnik kann man sowohl auf Verdacht, als auch bei ausgemachten Fischen anwenden. Beim Fischen auf Sicht, wird der Fisch soweit berworfen, dass die Nymphe auf die entsprechende Tiefe absinken kann. Auch bei Verdachtbefischung wird der Kder ber jene Stellen platziert, wo Fische vermutet werden.
Die Sinkgeschwindigkeit stimme ich mit der notwendigen Beschwerung der Nymphe auf die Strmungsgeschwindigkeit und Wassertiefe ab. Die jeweiligen Strmungsverhltnisse bzw. Wassertiefen verlangen das Mitfhren verschieden beschwerter Muster. Die Vorfachlnge und ebenso die Strke haben einen wesentlichen Einfluss auf den Sinkeffekt. Auch mit der Wurftechnik kann die Sinkphase beeinflusst werden. Gemeint ist der Rollwurf, bei dem die Nymphe, bedingt durch den steileren Auftreffwinkel noch rascher einsinkt. Um das freie Abdriften der Nymphe zu gewhrleisten, muss die Leinenfhrung durch Anpassen an die Strmungsverhltnisse kontrolliert werden.
Dies geschieht durch kurze Schwippwrfe gegen die Strmung und seitliches Umlegen der Schnur. Der Biss wird an der Fliegenschnurspitze registriert. Auf jede kleinste Abweichung von der Drift wird reagiert. Bei starken Strmungs- und schlechten Sichtverhltnissen ist eine angemessene Sichthilfe fr mich unverzichtbar.
Ist der stromab liegende Flussabschnitt nicht beunruhigt worden und werden auch dort Fische vermutet, so knnen diese mit einer hufig praktizierten Art der Nymphenfischerei, z.B. durch ruckartiges Einholen der Schnur, befischt werden.

Fischereimglichleiten, Reviergrenzen und Informationen.

Revier Fischerrunde "St. Laurentius"
Einmndung Seebach bei Untertilliach bis zur Viehbrcke bei Liesing. Diese Gailstrecke ist in fnf Reviere eingeteilt, die so klingende Namen wie: Patern-Aue, Luggauer Bden, Pergila Plmpfe, Brfalle und Huber Klamm haben.
Kontakt:
Anton Obernosterer,
A-9654 St.Lorenzen 104
Tel: +43(0)664 3087199
Fax: +43 (0)4716 5434
e-mail: fliegenfischen@platthofer.com
Info: www.platthofer.com.

Aqua Sol Abenteuer Fam. KLAUSS-Lanzer
15 km Fliegenfischer- und Mischgewsser Paradies & 2 Bergseen
(hauseigenes Revier fr Anspruchsvolle)
Valentinklamm, Valentinbach (im Naturschutzgebiet), Mhlbach (Wiesenbach), Angerbach;
Seen: Grnsee und Cellonsee.
A-9640 Ktschach-Mauthen 66, Tel.: 04715/222, Fax: 04715/222-53
www.flyfish.at, E-Mail: office@flyfish.at

Revier Forellenhof - Fam. WALDNER.
St. Daniel bis Reisach einschl. 6 Nebenbche.
A-9634 GUNDERSHEIM 18, Tel 04718-352; Fax: 04718-663.

Revier LENZHOFER - Fam. Andrea LENZHOFER.
Reisach bis Kirchbach.
A-9634 GUNDERSHEIM 38, Tel. 04718-337; Fax: 300-4.

Revier Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See:
Gail: Einmndung Garnitzenbach bei Mderndorf bis Wieltschnigbrcke (stl. von Vorderberg), 16 km
Zerimbach: Brcke Fischzucht Zerza (westl. von Rattendorf) bis Einmndung Gail, 2,4 km
Garnitzenbach: Von Einmndung in den Gailfluss bei Mderndorf bis zur Idawarte, 2 km
Kontakt: Tourismusbro Hermagor (04282 2043) oder Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See, Umweltamt, 9620 Hermagor, Wulfeniaplatz 1, Tel. 04282 2333-40, Fax: 04282 2333-65,
E-Mail: hermagor.umwelt@ktn.gde.at, Homepage: http://www.hermagor.at/

Revier Fischerverein SCHE VILLACH:
Mllnerner Brcke bis Maria Gailer Brcke.
A-9500 VILLACH, Maria Gailer Strae 59; Tel: 04242-32540; Fax: 04242-31463; 
e-mail: anfrage@falle.at



Nun auf und die Gail entlang

Literatur:
Honsig Erlenburg W. und Petutschnig W. (2000). Die Gewsser des Gailtales. und (2002) - Natur Krnten - Fische, Neunaugen, Flusskrebse und Gromuscheln. Naturwissenschaftlicher Verein fr Krnten.
Friedl Th. Kerschbaumer G. Prochinig U. und Konar M. (2000) Fischkologische Untersuchung Gail-Schtt bis Maria Gail. Krntner Institut fr Seenforschung.

Die Ritna Muha - Kein Fischerlatein, sondern ein wahres Erlebnis.

Erlebt an der unteren Gail - geschrieben am Rajska Plaza (Paradiesstrand) in Lopar (Insel Rab).
Es ist ein herrlicher Frhherbsttag. Ein linder Lufthauch weht ber die Gail. Um eine eher inaktive Zeit des Mittages zu berbrcken, packe ich mein Fliegenbindezeug aus, setze mich in den wohltuenden Schatten der Ufervegetation um einige CDC-Sedgerl zu binden. Kaum habe ich eine Fliege fertig, nhert sich mir ein "Sportsfreund". In seiner Rechten einen antiquarischen Angelstock. Grulos - dafr spontan kommt die Frage: "Wos mochstn do frn Sch...?" Momentan irritiert - finde ich mein Ego wieder und fange an zu erklren: "Ich binde eine Ritna Muha - krntnerisch - A....fliege. Nicht um mit ihr zu fischen, sondern um sie einen lustigen Zeitgenossen unter dem A.... zu legen."
Noch heute befllt mich Schadenfreude - denke ich an die Miene des Davoneilenden. Sein Murmeln verliert sich in der wiedereinkehrenden Mittagsruhe.
Ich wuzle noch ein halbes Dutzend A....fliegen, um dann weiterzufischen.

Petri Heil und nix fr unguat!
Friedrich Tomasin

Visits Today: 221 | Total Visits: 2156124 | Page Hits: 21354 | Visited Pages: 1 | Total Page Hits: 2182422 | HTML5 | CSS | CMSdol